Donnerstag, Dezember 01, 2005

Errungenschaften

Woran lässt sich erkennen, dass eine bestimmte Staatsform an ihr Ende gekommen ist? Daran, dass Kommentatoren beginnen, ihre "Errungenschaften" als erhaltenswert zu verteidigen. So heute die Frankfurter Rundschau zur Regierungserklärung von Angela Merkel:
"Und doch verbergen sich hinter dem Schlachtruf 'Mehr Freiheit wagen' Elemente einer Ideologie, die den erhaltenswerten Errungenschaften der Bundesrepublik gefährlich werden könnte." [Deutschlandfunk/Presseschau]
Erinnert das nicht an 1990?
Der von der Bundesbank vorgeschlagene Umtauschkurs von 2:1 für Einkommen und Renten sorgt seit Tagen für Unruhe in der DDR-Bevölkerung. Etwa 100.000 Menschen gehen dagegen in Ost-Berlin, Dresden und Leipzig auf die Straße. Parolen wie "Eins zu eins - oder wir werden nicht eins" begleiten die Demonstrationen. Vielfach wird der Bundesregierung "Wortbruch" vorgeworfen; befürchtet wird auch der Verlust der "sozialen Errungenschaften" der DDR.

Donnerstag, November 03, 2005

Ilusionen statt Theorie

"[...] die SPD ist gegenwärtig ohne Theorie-Debatte, die Linke bildet sich ein, sie hätte eine Theorie, sie hat aber gar keine, sondern sie hat Illusionen."
Klaus von Dohnanyi, SPD, heute im DLF-Interview

Donnerstag, September 29, 2005

Ein Forum bieten

Einer der lächerlichsten Vorwürfe, den ich kenne, ist dieser: Man biete [den Rechtsradikalen, den Linksradikalen, den Kreationisten, den Materialisten, wem auch immer] ein Forum. So jüngst in einer Überschrift das Spiegel zu einer Diskussionveranstaltung des thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus. Wenn alle inhaltlichen Argumente bis zur völligen Erschöpfung aufgebraucht sind, dann ist der richtige Zeitpunkt für diesen Null-Vorwurf. Es lebe das politische korrekte Spießertum.

Dienstag, September 27, 2005

Kampagne

Gestern vor der Tagesschau. Volle zwei Minuten. Du bist Deutschland.

Freitag, September 23, 2005

Cunctator

Nur weil Heribert Prantl in diesem DLF-Kommentar das schöne Wort Cunctator verwendet:
"Die fehlende Deutlichkeit gehört ohnehin zu den großen Schwächen des CSU-Chefs und Ministerpräsidenten: Er war, schon im Wahlkampf, ein großer Cunctator, ein Zögerer und Zauderer, der nie wusste, soll er nun nach Berlin gehen oder nicht. Man zweifelte an seinem Einsatz für Merkel."

Keine richtige Pointe

"23. September 2005 Nach längerer Zeit mal wieder eine Bahnglosse. Sie beginnt recht allgemein und hat, ehrlich gesagt, auch keine richtige Pointe. Es sind eher Eindrücke und Betrachtungen; dem Leser werden sie nicht völlig neu sein, trotzdem kann es nicht schaden, sie zu sichten." [FAZ]

Mittwoch, September 14, 2005

Kampfhund statt Rassedackel

Die FAZ Frank Schirrmacher verbringt einen Tag mit Paul Kirchhof, dem vielgescholtenen Professor aus Heidelberg, und findet ein treffendes Bild für die katastrophale Kommunikationsleistung der schwarzen Wahlkampfabteilung.
Die CDU selbst tut in weiten Teilen so, als entwickele Kirchhof im weißen Kittel Medikamente in der Forschungsabteilung, die zwar vielversprechend seien, aber viel zu gefährlich, als daß auf ihre Zulassung zu hoffen wäe. Er selbst erlebt die Angriffe mit der bodenlosen Verblüffung eines Hundebesitzers, der für seinen mit Finderlohn gesuchten entlaufenen Rassedackel einen fetten, stinkenden und gemeingefährlichen Kampfhund zurückerhält. "Das ist nicht mein Konzept", sagt er oft an diesem Tag, und auch: "Das bin nicht nicht". Daß sein Konzept bekämpft wird, hat er erwartet. Daß es ihm innerhalb von achtundvierzig Stunden entführt, zugerichtet und schließlich als Karikatur wieder auf ihn losgelassen wird, damit hat er nicht gerechnet.[FAZ]

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