Montag, Februar 28, 2005

Nie zuvor gehörte Lieblingsmusik

Gerade schreibt die Zeit mal wieder ein Dossier über das Elend des zeitgenössischen Radios, da läuft mir glatt die Zukunft des Radios über den Weg: last.fm. Dieses Radio ist personalisiert, aber zugleich radikal offen für Neues, Unerhörtes. So pathetisch das klingt. Es spielt schon nach kürzester Zeit Musik, die mir gefallen könnte. Kühl! Dazu nutzt last.fm ein von Amazon bekanntes Prinzip. Was dort dazu dient, mehr Bücher zu verkaufen, sorgt hier für spannende Playlists, die sich aus dem Fundus meiner musikalischen Nachbarn speisen. Was denen gefällt, könnte auch mir gefallen - nach diesem Muster spielt last.fm nicht nur meinen eigenen Kram (das geht auch), sondern auch Stücke aus dem Repertoire derer, die ähnliche Musiklisten haben wie ich. Plugins für die wichtigsten Player sorgen dafür, dass last.fm nach und nach von allem erfährt, was ich so höre.

Sonntag, Februar 27, 2005

Wildgewordene Straßen

Mir fiel heute, es war reichlich Wartezeit zu überbrücken, das Dezember-Heft von Wired in die Hände. (Sagte ich schon, dass ich Abonnent seit Heft 3.03 war und mein Abo im vergangenen Herbst nicht mehr verlängert habe? Die Hefte stehen alle noch im Regal - bis auf eines, das irgendwann nicht geliefert wurde. Falls jemand die Sammlung erwerben möchte, möge er mir ein Angebot an m.recke auf gmail.com senden.)

Darin eine Story von Tom McNichol über den niederländischen Verkehrsingenieur Hans Monderman, der als eine Art Prophet eines neuen Verkehrszeitalters vorgestellt wurde. Sollte die Zeit der autogerechten Stadt endlich ablaufen, nachdem unter diesem Signum jahrzehntelang Städte unbewohnbar gemacht wurden? Monderman hält Verkehrszeichen im Grunde für überflüssig und baut Straßen und vor allem Kreuzungen, die so eingerichtet sind, dass der Verkehr optimal fließen kann. Verkehr heißt nicht nur Autos, sondern auch Radfahrer und Fußgänger. Und optimal heißt, man höre und staune, langsamer, sicherer und in der Summe sogar schneller - weil die klassischen Staus, der Herzinfarkt der Mobilität, weitgehend wegfallen.

Dazu passt die Renaissance der Kreisel, die in den letzten Jahren allenthalben aus dem Boden sprießen, wo für komplizierte Ampelschaltungen weder Platz noch Geld vorhanden ist. Endlich Wie lange wird es wohl noch dauern, bis auch die monströsen Ortsdurchfahrten auf der B73 zwischen Stade und Cuxhaven verschwinden? Kleine Autobahnen sind das, mitten durch den Ort, die zur Geschwindigkeitsüberschreitung quasi einladen.

Freitag, Februar 25, 2005

Open Sourcing Yourself

Loïc Le Meur ging mit Mario Sixtus essen, der darüber im Magazin Die Gegenwart schrieb. Und Le Meur bringt einen Aspekt des Blogging wie folgt auf den Punkt, indem er es in die inzwischen wieder salonfähige Dichotomie zwischen New Economy und Alter Wirtschaft (vgl. auch Das Alte Europa) einordnet:
"'Es geht um eine Gegenbewegung dazu: Offenheit, Transparenz, Klarheit. Es geht darum, die Open-Source-Idee auf die Geschäftswelt auszudehnen. Bloggen ist 'Open Sourcing Yourself.''"

Mittwoch, Februar 23, 2005

Harald Schmidt enttäuscht

Und zwar von seinen Kritikern. "Es ist so still geworden", spöttelt er im morgen erscheinenden Interview mit der Zeit (siehe Vorabmeldung und Spiegel Online).
"Zum ersten Mal in meiner Karriere mache ich Quote, knapp zwei Millionen Zuschauer im Schnitt. Ich hatte mit einer Million gerechnet, und jetzt das. ... Ich bin wahnsinnig überrascht. Ich glaube, in der Branche wird deshalb viel in die Tischkante gebissen."
Update: Inzwischen gibt es das Interview auch online. [via medienrauschen]

Freitag, Februar 18, 2005

Thoma böse wie in alten Zeiten

Eines steht jedenfalls fest: Als Helmut Thoma noch Unterhaltungs-Chef von RTL war, da war das Leben als Medienjournalist lustiger. Jedes Podium, auf dem er saß, hatte garantiert hohen Unterhaltungswert. Jetzt kommt er nur noch selten zu Wort, aber wenn schon, denn schon. Im Spiegel liest er jetzt seinen beiden Nachfolgern die Leviten. Köstlich. Kleine Kostprobe:
Zeiler agiert, als ob ihm die RTL-Gruppe gehören würde und niemand stoppt ihn, weil in den ersten beiden Jahren nach meiner Zeit, 1999 und 2000, ganz ordentliche Gewinne aufgelaufen sind. Bei Bertelsmann hat niemand realisiert, dass das damals genauso gelaufen ist, wie Marc Conrad und ich das geplant hatten, dass Zeiler aber daran überhaupt keinen Anteil hatte.
Update: Zu lesen lohnt auch die Analyse von Michael Hanfeld in der FAZ. [via Perlentaucher]

Donnerstag, Februar 10, 2005

Warum Dirty Harry?

Seit der Auferstehung des Late-Night-Messias hat auch der furchtbar originelle Spitzname Dirty Harry wieder Konjunktur (vor allem in Verbindung mit der Bezeichnung Kult). Jüngstes Beispiel sind die ARD-Radiovermarkter, die Spots im Schmidt-Umfeld unter der Headline Dirty Harry goes Radio anpreisen. Zahllose Blogs aus aller Herren Länder (Beispiele hier, hier oder auch hier) sind auch nicht davor zurückgeschreckt, sich damit direkt in die späten 90er zu katapultieren, als Schmidt zu Frühzeiten seiner Sat.1-Show mit Polenwitzen um Profil rang - und sich das Etikett des schmutzigen Harry aufkleben zu lassen, das nun haftet wie Pech und Schwefel.

Mittwoch, Februar 09, 2005

Den Rechtschreibreformgegnern ins Poesiealbum geschrieben

Von Bastian Sick, seines Zeichens Zwiebelfisch bei Spiegel Online: "Unsere Sprache hat bekanntermaßen kein in Beton gegossenes, unveränderliches Fundament. Vielmehr gleicht sie einem Sumpf, einem Treibsand oder einem mit Tiefen und Untiefen gesegneten See, der von einer Eisschicht bedeckt ist, die wir 'Standarddeutsch' nennen."

Regionalliga-Ost?

Das Wörtchen Regionalliga suggeriert Provinzialität. Dort spielt der FC St. Pauli, und dort verpfiff Ex-Schiri Hoyzer, der jetzt an seiner Karriere als C-Promi arbeitet, seine ersten Spiele als "Betrüger-Debütant" (Spiegel). An wen übrigens erinnert mich Hoyzer physiognomisch? Richtig - Carsten Spengemann.

Zurück zum Thema: Wie kann man Provinzialität noch steigern? Man setzt einfach das Kürzel -Ost hinter Regionalliga. So geschehen im jüngsten w&v-Stück (bereitgestellt von Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach) über sogenannte Weblogs. Das Pech dabei ist nur, dass es - jedenfalls im DFB-Fußball - keine Regionalliga Ost gibt. Macht ja nix. Dann ist halt die österreichische Ostliga gemeint. Aber ob Ostösterreich in München als genauso provinziell gilt wie der Osten?

Update: Haltungsnoten für die gestrige Traumpaarung Hoyzer/Kerner vergibt die FAZ.

Freitag, Februar 04, 2005

Herr Raab...

...schien ja im schmidtlosen Jahr zu neuer Form aufzulaufen. Oder lag das nur daran, dass ich seine Show vorher so gut wie nie gesehen hatte? Egal. Jetzt hat er wohl einen schweren handwerklichen Fehler gemacht. Dabei hatte doch Schmidt erst jüngst erklärt, wie das geht: zu manchem Themen einfach die Klappe halten.
Also ist es ein Tabu?

Schmidt: Es ist mehr als das: Sie bieten damit Leuten eine Chance, Sie zu belangen, die sonst nicht an Sie rankommen. Deswegen habe ich - außer zu dessen Kokain-Affäre - niemals eine Michel-Friedman-Parodie gemacht, obwohl ich dazu mehrfach von führenden Repräsentanten der linksliberalen Presse aufgefordert wurde. Ich dachte mir: Diesen Fehler überlasse ich anderen.

Gibt es weitere Felder, die Sie nicht betreten?

Schmidt: Ja, es gibt ganz unterschiedliche Themen, zu denen ich sage: Finger weg!

Donnerstag, Februar 03, 2005

Der Spamblogger

Ohne Worte: Blogger: User Profile: .

Netzwerkfähiger Musikabspieler

Die Zeitschrift Computerpartner berichtet in Heft 04/05 über den ZonePlayer aus dem Hause Sonos. Ein digitales Musiksystem mit formschönen Geräten und einer vielversprechenden Fernbedienung. Bislang nur in den USA zu haben. (Und auch der Artikel ist bei Computerpartner nicht online.) Der Autor Christian Meyer weist aber dankenswerterweise auf den Hifidelio von Hermstedt hin.

Gegen den Klingeltonwahnsinn

Google-Suche: kill_tweety.swf (aus der Abteilung Just for the record)

Mittwoch, Februar 02, 2005

Tropenfreies Holz?

Was ist das? Holz, das keine Tropen enthält? In dem also nicht die Sonnenwendegebiete enthalten sind? Aha. Erinnert mich ein wenig an die alte Greenpeace-Kampagne gegen den Regenwald im Burger. Aldi Nord, es ist ja nichts dagegen einzuwenden, dass Ihr Bilderrahmen verkauft, die nicht aus Tropenholz bestehen. Aber warum sagt Ihr das nicht gleich?